Pflanzanleitungen
Gültig für Wurzelreben und Pfropfreben
Verfasser: Reinhard Frank, April 2006


8 Gebote für eine erfolgreiche Rebenpflanzung

1. Reben kühl und frostfrei lagern

Sie erhalten Ihre Reben in aller Regel pflanzfertig. Das heißt, der obere Teil ist durch ein Paraffin vor Austrocknung geschützt. Der Wurzelbereich ist aus Verpackungsgründen eingekürzt. Die Reben sind gegen Botrytis (Schimmel) behandelt. Ideale Lagertemperatur wäre + 2Grad. Auch bei einer Lagertemperatur von 10-12 Grad lassen sich die Reben in der Verpackung problemlos 1-2 Wochen lagern um die günstigste Pflanzzeit abzuwarten. Im Zweifelsfalle kontaktieren Sie uns !

2. Vor der Pflanzung ca. 8-12 Std. in sauberes Wasser stellen

Damit geben Sie der Rebe die Möglichkeit durch Lagerung verlorenes Wasser wieder anzureichern. Lassen Sie niemals die Reben ungeschützt in der Sonne liegen. In dieser Vorbereitungsphase ist Trockenheit der Rebe größter Feind. Auch ohne Sonneneinwirkung in entsprechendem Wind ist die Rebe in kurzer Zeit geschädigt. Bei tiefen Lagertemperaturen und hohen Pflanztemperaturen kann eine Aklimatisation in einem Raum zwischen 10- 20Grand sinnvoll sein (Keller, Garage, Scheune usw.)

3. Kürzen Sie die Wurzeln der Rebe kurz vor der Pflanzung ein

Die Länge der verbleibenden Wurzeln hängt von der Art der Pflanzung ab. Bei einer Pflanzung mit dem Spaten kürzen Sie die Wurzeln auf eine Handbreit ein. Bei einer Maschinenpflanzung fragen Sie Ihren Lohnunternehmer in Bezug auf die Einkürzung. Grundsätzlich gilt, dass wenn es die Art der Pflanzung zulässt, so sind längere Wurzeln gegenüber kürzeren Wurzeln von Vorteil.

4. Pflanzen Sie auf abgetrocknetem Boden und setzen Sie als erstes den Pflanzpfahl

Lassen Sie sich nicht zu einer zu frühen Pflanzung verleiten. Sie gewinnen dabei nichts, erhöhen aber das Risiko eines Spätfrostes (Fröste Ende April –Mitte Mai). Die Rebe braucht von Pflanzung bis Austrieb etwa 10-20 Tage .Überprüfen Sie bei einer maschinellen Pflanzung, ob die Wurzeln Bodenschluß besitzen (keine Hohlräume im Wurzelbereich)
Bei einer Pflanzung mit dem Spaten achten Sie darauf, dass das oberste Ende der Rebe eine Handbreite über dem Bodenniveau zu stehen kommt.
Das oberste Ende der Rebe (Pfropfkopf) sollte möglichst direkt neben den Pflanzpfahl zu stehen kommen.

5. Keinerlei Dünger in das Pflanzloch

Humose Erde, Beimischung von Torf in Vermischung mit dem Boden kann sinnvoll sein. Aber hüten Sie sich davor irgendwelche Dünger, auch keine Bio-Dünger in das Pflanzloch zu geben. Sie gewinnen nichts damit und gehen nur Risiken ein. Wir übernehmen in solchen Fällen keine Haftung. Wasserzugabe kann bei später Pflanzung oder Torfzugabe notwendig sein. Bei früher Pflanzung (April –Anfang Mai) ist sie in aller Regel nicht notwendig.

6. Pflege und Nachdüngung der Anlagen

Die Rebe hat es gerne, wenn sie gepflegt wird. Sie dankt es Ihnen. Bodenlockerung um die Pflanzstelle begünstigt das Wachstum.
Es reicht völlig aus, wenn Sie deutlich nach dem Anwachsen der Reben maximal eine Handvoll Volldünger N-P-K+Mg im Umkreis von 1m der Pflanzstelle ausbringen. Weniger ist mehr !Keine Düngung mehr Ende Juli und später !! Die Holzreife könnte beeinträchtigt werden!

7. Pflanzenschutz

Klassische normale Europäerreben benötigen Schutz gegen den Echten und den Falschen Mehltau (Oidium und Peronospora). Nach dem Austrieb setzen Sie ein organisches Mittel gegen Peronospora (Falscher Mehltau) im Abstand von ca. 10-12 Tagen ein. Schwefeleinsatz nur bei moderaten Temperaturen und zum Schluss der Vegetation . Pflanzenschutz bis Mitte August durchführen.

8. Noch Fragen?

Wenn Fragen auftauchen oder Probleme. Wir sind für Sie der 1. Ansprechpartner ! Wir beraten Sie gerne.